
Die GRÜNEN und das Klima, gehört das noch zusammen?
Ich habe in letzter Zeit häufiger gehört und gelesen, die GRÜNEN hätten sich von Klimaschutz verabschiedet. Richtig ist, dass wir nicht genug umsetzen, aber wenn wir nicht oder nicht alleine in der Regierungsverantwortung stehen, dann haben demokratische Prozesse zu Folge, nicht alles oder ggf. auch gar nichts von dem umsetzten zu können, was wir wir für richtig halten. Tipp: starke Wahlergebnisse für GRÜN erhöhen die Chancen auf mehr Klimaschutz, den ich lieber als Menschenschutz bezeichne, denn die Menschen, die Tiere, die Vielfalt der Arten bedürfen des Schutzes, das Klima kommt auch gut ohne uns aus.
Schauen wir also in unser Wahlprogramm, was wir gerne umsetzen möchten:
Wir haben schon viel geschafft beim Klimaschutz. Unsere Verantwortung gegenüber Menschen, Natur und zukünftigen Generationen werden wir auch zukünftig wahrnehmen. Wir wollen, dass die Region Hannover bis 2035 klimaneutral wird. Dabei ist uns wichtig, dass Klimaschutz sozial gerecht gestaltet wird und Wohlstand, Lebensqualität sowie gute Arbeitsplätze sichert. Gleichzeitig passen wir unsere Region vorrausschauend an die Folgen des Klimawandels an. So entsteht eine Region, in der alle Menschen heute und morgen gut und sicher leben können.
Klimaneutral bis 2035 ist übrigens nicht nur ein grüner Wunsch, sondern ein Beschluss der Regionsversammlung aus dem Jahr 2021. Es ist aber auch ohne diesen richtungweisenden Beschluss einfach richtig.
KLIMASCHUTZ ENTSCHLOSSEN VORANBRINGEN
Klimaschutz ist unsere Chance, die Region Hannover zukunftsfest zu gestalten. Durch fossilfreie Zukunftsbranchen können wir den Wirtschaftsstandort stärken und unseren Wohlstand, gute Arbeitsplätze und faire Löhne auch in Zukunft sichern und ausbauen. Die Energiewende nutzen wir gezielt, um Lebensqualität, soziale Gerechtigkeit und regionale Wertschöpfung zu stärken. Wenn wir sie konsequent weiter umsetzen, fließen bis 2035 Investitionen von mehreren Milliarden Euro in die Region Hannover. So sichern wir jährlich etwa 4.000 Arbeitsplätze oder schaffen neue. Der sozial- und umweltverträgliche Ausbau der erneuerbaren Energien führt zu beträchtlichen Steuermehreinnahmen bei den Städten und Gemeinden in der Region Hannover. Mit einem Klimainvestitionsprogramm haben wir erstmals eine langfristige Finanzierung für das Ziel der Klimaneutralität aufgestellt und verknüpfen Klimaschutz, soziale Abfederung und regionale Wertschöpfung miteinander.
Transformation ist immer auch Chance. Weiter „technologieoffen“ auf Technologien des vorigen Jahrhunderts zu setzten, ist wie ungebremst ins Abstellgleis zu fahren, statt die Weichen neu zu stellen. Wie sieht aus unserer Sicht diese Weichenstellung aus?
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Die Region Hannover wird bis 2035 klimaneutral
Wir werden den Weg der Region Hannover zur Klimaneutralität weiter ambitioniert vorantreiben. Klimaschutz und Energiewende gestalten wir sozial gerecht.- Alle Maßnahmen werden auf ihre Klimawirkung geprüft
Jede Entscheidung der Region wird vorab auf ihre Auswirkungen auf Klima und Menschen überprüft. So stellen wir konsequenten und gerechten Klimaschutz sicher.- Ein Klimabeirat für Beteiligung und Mitbestimmung
Wir führen einen unabhängigen Klimabeirat ein, der die Maßnahmen und Projekte der Region Hannover frühzeitig auf ihre Klimawirkung prüft und Politik sowie Verwaltung fachlich berät. So verankern wir Klimaschutz verbindlich in allen Entscheidungsprozessen und stärken Transparenz sowie demokratische Beteiligung.- Stärkung der Klimaschutzagentur
Die Agentur statten wir weiterhin dauerhaft mit ausreichenden Ressourcen aus, damit sie Einwohner*innen und Unternehmen weiter umfassend zu Förderprogrammen und Klimaschutzprojekten unabhängig und kostenfrei beraten kann. Klimaschutz wird dadurch für alle zugänglich und niedrigschwellig angeboten.
Entscheidende Bausteine, die im Einflussbereich der Regionspolitik liegen, sind die Energie- und Wärmeversorgung, daher konzentrieren wir uns hierauf ganz besonders.
ENERGIE- UND WÄRMEWENDE IM ALLTAG UMSETZEN
Die Energiewende soll für alle Menschen einen konkreten Nutzen bringen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist deshalb nicht nur ein zentraler Baustein für wirksamen Klimaschutz. Er stärkt unsere Unabhängigkeit, gibt unserer Wirtschaft Rückenwind und sorgt dafür, dass Energie langfristig bezahlbar bleibt. Auch in der Wärmeversorgung setzen wir konsequent auf erneuerbare Energien, um unabhängig zu werden und dafür zu sorgen, dass Heizkosten dauerhaft bezahlbar bleiben.
„Wir müssen die Menschen mitnehmen!“ Ein Satz, der immer wieder gerne gebracht wird. Hier passt er, denn die Energie- und Wärmewende bietet Möglichkeiten der Bürger*innenbeteilung. Projekte, die die Gemeinschaft stärken und den Zusammenhalt fördern.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Gründung einer regionsweiten Bürgerenergiegenossenschaft
Bürger*innen können sich aktiv an der Energiewende beteiligen und finanziell davon profitieren – etwa durch Photovoltaik auf kommunalen Dächern oder gemeinschaftliche Energieprojekte.- Wärmewende konsequent voranbringen
Die Wärmeversorgung ist ein zentraler Hebel für den Klimaschutz, deshalb treiben wir die Defossilisierung der Wärme konsequent voran. Wo es wirtschaftlich sinnvoll ist, bauen wir neue klimafreundliche Wärmenetze aus und entwickeln bestehende weiter. Stadtwerke, Genossenschaften und lokale Akteure binden wir aktiv in Planung und Umsetzung ein. So entsteht eine effiziente, zukunftsfähige Wärmeversorgung, die sozialverträglich gestaltet ist und langfristig Kosten stabil hält. Dabei setzen wir auch auf innovative Lösungen wie Großwärmepumpen, Geothermie und andere erneuerbare Wärmequellen. Wir setzen uns für die Schaffung von Finanzierungsinstrumenten durch die Region Hannover ein, mit deren Hilfe wichtige Investitionen in die Wärmewende vor Ort gestemmt werden können.- Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Mobilität
Die erfolgreichen Konzepte zum Ausbau der Ladeinfrastruktur aus der Landeshauptstadt übertragen wir auf die gesamte Region.
Selbstkritisch muss ich feststellen, dass wir in der Vergangenheit zu wenig getan haben. Die Gründe habe ich einleitend beschrieben. Um so mehr geht es jetzt zusätzlich darum, die nicht mehr abwendbaren Folgen zu mildern. Und hier gilt wie überall im Klimaschutz: zu späte Maßnahmen sind schlechter und teurer als frühzeitiges Handen.
KLIMAFOLGEN VORAUSSCHAUEND BEGEGNEN
Der Klimawandel hat auch in der Region Hannover bereits zu immer mehr und immer stärkeren Extremwetterereignissen geführt. Uns werden in Zukunft weiterhin Fluten, extreme Hitze oder Waldbrände begegnen. Wir handeln vorausschauend und stärken den Schutz von Menschen, Infrastruktur und Natur.
Ein persönliches Wort zu den Waldbränden: das steigende Ausmaß dieser Brände ist eine Folge der Klimakrise (vor allem die zunehmende Dürre), der Brand selbst ist fast immer Brandstiftung, sehr viel seltener ein technischer Defekt, fast nie ein Blitzeinschlag. Wenn wir alle verantwortungsbewusst genug wären, hätten wir praktisch keine Waldbrände. Schützen wir unsere Wälder!
Was wollen wir tun, um die Folgen der Klimakrise so gut es geht zu mildern?
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Umsetzung von Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung
Dach- und Fassadenbegrünung, Entsiegelung, Regenrückhaltung sowie wasser- und schattenspendende Infrastruktur werden gezielt gefördert. Wir wollen natürliche Retentionsräume in der Landschaft schaffen, um unsere Siedlungen und Infrastrukturen besser vor Hochwasser zu schützen. Wichtig sind uns ebenso die Stärkung des Prinzips der Schwammstadt bei der zukünftigen Stadt- und Regionalentwicklung und der Schutz und die nachhaltige Nutzung unserer Grundwasserresourcen.- Stärkung der Feuerwehren
Wir begleiten den Neubau der Feuerwehrtechnischen Zentrale Ronnenberg bis 2030, setzen uns für einen Neubau in Burgdorf ein und erstellen einen aktuellen Feuerwehrbedarfsplan für die gesamte Region.- Bevölkerungsschutz nachhaltig stärken
Wir stärken den Bevölkerungsschutz, indem Risiken frühzeitig erkannt und systematisch erfasst werden. Für den Katastrophenfall sorgen wir für gut organisierte spezialisierte Einheiten von Feuerwehr und Hilfsorganisationen. Zudem entwickeln wir ein modernes, verständliches Bevölkerungsschutzkonzept für unsere Region.